Etymologie

 

 

Vom Märchen zum romantischen Stelldichein

Text von Graziella Keferstein

 

Ich kenne Karin seit einigen Jahren sehr gut als ruhige Zuhörerin, als äusserst schaffenskräftig und voll von Ideenreichtum. Sie spricht wenig über ihre Kunst, ein, zwei Kommentare. Sonst nichts. Man muss nachfragen. Einige Bildbetrachtungen und Besprechungen haben wir, meist vor Ort, wenn eine ihrer Ausstellungen anstand, betrieben. Bilder, Objekte wurden ausgewählt, zusammengestellt, aufgehängt und aufgestellt. Ideen verworfen, umgekrempelt und wieder aufgenommen. Dadurch durfte ich sie immer besser kennen- und schätzen lernen. Sie arbeitet gerne im Atelier wie im Freien.

Ihre Leinwände werden mit einem Hintergrund versehen. Bereits hier beginnt die Malerin Geschichten zu erzählen. Man spürt die Kraft der Poesie. Es ist nicht eine eingeschliffene Welt die entworfen wird, aber eine Einladung das Dasein versuchend zu hinterfragen. Später werden kleine oder grosse Formen farbig, linienartig aufgetragen. Ihre Sujets kommen abstrahiert, spielerisch, rätselhaft als eine dreidimensional-linear, reduzierte Darstellung daher. Inspiriert von Zahlen, Punkten und Farben und teilweise muten die Linien menschlich an. Glaubt man den jeweilig, feinfühlig ausgewählten Titeln, dann stimmt dies. Manchmal gesellen sich in ihren Bildern wie aus dem Nichts, einfachste, bunte Wesen wie Vögel, Schmetterlinge, Blumen, der Mond und die Sonne dazu. Diese werden eingefügt auf ihren schöpferisch-bunten meist in grün/gelben oder blau/türkisen, manchmal auch schwarz/weissen Hintergrund. Es sind Sehbilder, Denkbilder.
Man darf fast behaupten alle Werke werden zum Märchen oder zum romantischen „Stelldichein!“ für den Betrachter. Auf ihren Bildern gibt es viel zu entdecken und zu erspüren. Man spürt den sensibilisierten, geprüften Blick, urteilslos und doch rätselhaft zwischen Titel, Anschauung und Betrachtung.

Karin Noser greift in ihren filigranen Plastiken die gleiche Formensprache auf wie in ihren Bildern. Sie setzt diese dreidimensionalen Werke farbenfroh-bunt mit feinen, schwarzen Abgrenzungsstrichen oder ebenso zweifarbig um. Auch für diese feinstofflichen Objekte hat sie ausgewählte Titel.
Die Werke werden hergestellt aus einem Gerippe und anschliessend mit einer Zellulosemischung umhüllt und bemalt.
Die stabilen, kompakt-bunten Skulpturen sind aus Beton gegossen oder Metallkonstruktionen werden ummantelt, bemalt und betitelt.
Ebenso arbeitet sie kreativ mit dem Speckstein. Es bleibt für sie Zeit zum Denken, Entspannen beim Bearbeiten dieses feinen, nicht allzu harten Materials.
Karin Noser sagt über sich selbst, ich gehe meiner Intuition nach, spiele, bin frei und werde zur Spur - es ist Leidenschaft!

Karin hat ihren Stil gefunden und geht ihren Kunstweg weiter.
Dazu wünsche ich ihr alles Gute, weiterhin Ideenreichtum und Schaffenskraft mit genügend Zeit für die Umsetzung.